Karikaturen-Ausstellung

Karikaturen-Ausstellung

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Seit der Antike sind karikierende Darstellungen mit ihrer Kritik an bestehenden Werten und an prominenten Persönlichkeiten ein fester Bestandteil der Satire. Dass das Medium der Karikatur über eine enorme Macht verfügt, wurde spätestens klar, als Großmächte während der Kriege diese „Waffe“ massiv für Propaganda nutzten. Insbesondere in den totalitären Regimen Deutschlands und der Sowjetunion wurde Karikatur zum wichtigen Kanal für die Verbreitung von Feindbildern. In den Gesellschaften mit etablierter Meinungs- und Pressefreiheit agieren Karikaturisten bisweilen als Mythbusters. Sie dekonstruieren sowohl „große Erzählungen“ als auch „große Männer“ und überzeichnen sie zu den Karikaturen ihrer selbst. Dies macht sie einerseits zur Zielscheibe, verdeutlicht aber andererseits, dass das Karikieren selbst ebenfalls eine Macht ist – Deutungsmacht. Spätestens der Streit um die Mohammed-Karikaturen und der Fall Charlie Hebdo zeigten, dass dieses Berufsbild aus diesem Grund mit vielen Risiken verbunden ist. In manchem osteuropäischen Kontext, vor allem in Aserbaidschan, Belarus und Russland, kommt hinzu, dass der Zugang zu den staatlich-kontrollierten Medien versperrt wird oder dass Karikaturisten Strafmaßnahmen und politischer Verfolgung ausgesetzt werden. Der Verein Dekabristen/iDecembrists e.V. hat sich aus diesem Grund zum Ziel gesetzt, die talentiertesten Karikaturisten aus ehemaligen Ländern der Sowjetunion in eine projektierte Austausch- und Fortbildungsplattform für alle Medienschaffende einzubinden, deren Berufsalltag gefährdet ist. Neben diversen Workshops fand in diesem Rahmen auch die Ausstellung „Macht. Politische Karikatur in (Ost)Europa“ statt. Die Ausstellung, die hier online zu sehen ist, vereinte Werke von dreizehn Künstlern, bot Hunderten Besuchern zwischen dem 11. und dem 13. Dezember 2015 landesspezifische Perspektiven auf den jeweiligen Machtzusammenhang und fand einen enormen positiven Anklang bei deutsch-, ukrainisch- und russischsprachigen Medien. Die im silent green Kulturquartier (im alten Krematorium) in Berlin-Wedding stattgefundene Ausstellung entstand mit freundlicher Förderung durch Auswärtiges Amt, in Kooperation mit Reporter ohne Grenzen, Cartoonlobby e.V., n-ost, ARTGESCHOSS und Assoziation ukrainischer Karikaturisten.

Das Projekt wird unterstützt von:

Auswärtiges Amt
Reporter ohne Grenzen
n-ost
ARTGESCHOSS
Assoziation ukrainischer Karikaturisten
Cartoonlobby e.V.