„Danke, dass Ihr die Spielregeln ändert!“ Zur Summer School 2017

Integration von geflüchteten Kindern, Barrierefreiheit und Inklusion für Menschen mit Behinderungen, nachhaltige Organisationsstrukturen für NGOs, Mülltrennung – das sind die Themen, an denen die Teilnehmer der ersten Summer School für Soziale Innovationen vom 5. bis 10. Juni 2017 in Berlin gearbeitet haben. Die zwölf sozialen Innovatoren aus Russland konnten mit Hilfe von Experten ihre Projektideen im Hinblick auf Projektmanagement, Fundraising, digitale Sicherheit und internationale Kooperation weiterentwickeln.
Teilnehmer der Social Innovation Summer School Berlin 2017

Das Programm bot die Möglichkeit eines Austauschs mit Vertretern der deutschen Startup-Szene. „Danke, dass ihr die Spielregeln ändert!“ sagte Aleksander Popov, ein Teilnehmer aus Woronesh, beim Gespräch mit „Auticon“. Das deutsche Startup identifiziert die Fähigkeiten von Menschen mit Asperger-Syndrom und vermittelt sie in hochqualifizierte Arbeit im IT-Sektor. Innerhalb von sechs Jahren hat Auticon bereits Standorte in sechs deutschen Städten eröffnet, darüber hinaus auch Vertretungen in Paris und London. Mit Vodafone und Daimler-Benz als Auftragnehmer erreichen sie einen Jahresumsatz von 5 Millionen Euro.

Die Vernetzung mit erfolgreichen Sozialunternehmern ist eines der Hauptziele der Summer School in Berlin. Das neue Projekt will das Netzwerk von innovativen Sozialunternehmern vergrößern, Knowhow zu Geschäftsmodellen vermitteln und kreative Ansätze der Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland entwickeln. Die Idee einer solchen Summer School kam von den Gründern der Dekabristen e.V., Sergey Medvedev und Alexander Formozov. „In unseren Ländern entwickeln sich Sozialunternehmer zu Schlüsselakteuren des gesellschaftlichen Fortschritts. Sie arbeiten nicht nur an Lösungen zu Fragen um unsere Umwelt, Inklusion und Stadtentwicklung, sie ändern auch das Problembewusstsein der Öffentlichkeit. Sie bilden ein Zentrum für progressive Gleichgesinnte und tragen zentral zur Stärkung der Zivilgesellschaft bei“, betonte Sergey beim abschließenden Panel, an dem auch Vertreter der BMW Stiftung, der Stiftung Wissenschaft und Politik, des Vereins MitOst, des Deutsch-Russischen Austauschs und das Civil Society Forum EU-Russland teilnahmen.

Expertengespräch in der BMW Stiftung

Bei der Abschlussveranstaltung in der BMW Stiftung wurden drei herausragende Projekte geehrt. Zu den prämierten Projekten gehörte der Gründer der Woronesher Firma „Barrierefreie Umwelt“, Aleksander Popov, der zu den zentralen Akteuren in der Bewegung für Innovationen im Bereich Barrierefreiheit und Arbeitsmarktintegration für Menschen mit Behinderungen in Russland zählt. Ebenso gewann Maria Chernych, Mitbegründerin des Moskauer Designstudios „Verstak“, die Jury für ihr Projekt. Ihre Firma unterstützt, teilweise auch unentgeltlich, NGOs, Menschenrechtsorganisationen und Kulturfestivals. Maria plant mit der Prämie eine Reihe von Fundraising Seminaren zu organisieren, um den dritten Sektor in Russland beim Thema Nachhaltigkeit zu unterstützen. Den ersten Platz erhielt Anna Ter-Saakova, Mitarbeiterin der NGO „Ebensolche Kinder“, die in Moskau Kinder von Geflüchteten aus Afghanistan, Usbekistan und afrikanischen Ländern auf das russische staatliche Schulsystem vorbereitet. Zur Entwicklung ihrer Projekte erhalten die Gewinner des finalen Pitches eine zweimonatige Förderung sowie die Unterstützung von den Mentoren der Social Innovation School „Eastern Partnership“.